Gründüngung – Veggie-Power für den Garten

Mit Pflanzen düngen? Aber klar doch - das geht! Wenn ein neuer Garten entsteht oder die Gemüsebeete abgeerntet sind, bringen Gründüngungspflanzen neuen Schwung ins Erdreich. Die Pflanzen werden nicht geerntet, sondern gemulcht oder in die Erde eingearbeitet. Der Clou: Vorab lockern die Wurzeln der Gründüngungspflanzen den Boden, parallel und anschließend wandern Nährstoffe hinzu.

Vorteile: Top 5 der Gründüngung

Vorteile: Top 5 der Gründüngung

  1. Gründüngungspflanzen bilden dichte Teppiche, unter welchen der Boden feucht und frei von Unkraut bleibt. Auch schützen sie vor Erosion.

  2. Mit ihren Wurzeln lockern sie die Erde bis tief in den Grund und erleichtern damit z.B. die Bodenpflege.

  3. Etwas Besonderes sind Leguminosen wie Lupinen und Klee. Sie sammeln in ihren Wurzelknöllchen Stickstoff aus der Luft und wandeln ihn in Nitrat um - Dünger frei Haus.

  4. Gründüngungspflanzen sind prima Bienenweiden! Die Blüten von Bienenfreund, Buchweizen oder Gelbsenf locken zahlreiche Insekten an.

  5. Hoher Wellness-Faktor: Tagetes und Phacelia wirken bei Bodenmüdigkeit wie eine Kur. Mit den Ausscheidungen ihrer Wurzeln ziehen sie schädliche Fadenwürmer (Nematoden) an und töten sie ab.

Bühne frei für den Bodenbalsam

Die "W`s" der Gründung - kleiner Aufwand, große Wirkung!

  • Wann geht es los? Ab dem Frühjahr bis in den Herbst kann fortlaufend ausgesät werden. 
  • Was ist vorab wichtig? Der Boden sollte von Unkraut befreit und mit dem Rechen glattgezogen werden.
  • Wie kommt die Gründung auf die Fläche? Das Saatgut wird gleichmäßig und breitwürfig ausgestreut oder mit einem Streuwagen ausgebracht. Anschließend wird die Saat eingerecht und z.B. mit einer Walze leicht angedrückt. 
  • Was gilt es zu beachten? Bei trockenem Wetter muss die Fläche bewässert werden, damit das Saatgut schnell keimt.
  • Wie lange bleiben die Pflanzen? Sie sollten so lange wachsen dürfen, bis sie blühen. Im Durchschnitt haben sie den Boden nach 6–8 Wochen gut durchwurzelt. Spätestens vor der Samenreife schneidet man sie z.B. mit einem Rasenmäher oder Freischneider.
  • Wohin mit dem Schnittgut? Dieses bleibt als Mulch liegen. Wenn es trocken ist, wird es mit dem Rechen oberflächlich in den Boden eingearbeitet. Ist es zu viel des Guten, kann ein Teil auf den Kompost wandern.
  • Was passiert mit den winterharten Gründüngungspflanzen? Sie kommen im Frühling mit den Wurzeln aus dem Boden, bleiben liegen oder werden kompostiert. 

Schicker Überblick über die Gründüngungspflanzen

Gründünger Bild Aussaat Keimdauer (Tage) Winterhart Besonderheit
Alexandrinerklee
(Trifolium alexandrinum)
April–Oktober 12 - 18 - Bindet Stickstoff aus der Luft, nicht vor und nach Bohnen und Erbsen
Bienenfreund
(Phacelia tanacetifolia)
April–Oktober 10 - 14 - Wirksam gegen Nematoden, neutral in der Fruchtfolge, Bienenweide
Gelbsenf
(Sinapsis)
März–September 8 - 12 - Nicht vor und nach Rettich und Kohl säen, Bienenweide
Buchweizen
(Fagopyrum esculentum)
April–Oktober 12 - 18 - Liebt saure, leichte Böden, neutral in der Fruchtfolge, weiße Bienen-Blüten
Inkarnatklee
(Trifolium incarnatum)
April–Oktober 12 - 18 + Stickstoffsammler, nicht vor und nach Bohnen und Erbsen
Weiß- und Rotklee
(Trifolium repens/pratense)
April–Oktober 12 - 18 + Stickstoffsammler, nicht vor und nach Bohnen und Erbsen, Bienenmagnet
Ölrettich
(Raphanus sativus)
April–September 10 - 15 - Intensiv und tief wurzelnd, nicht vor und nach Rettich und Kohl säen
Futterrüben
(Beta vulgaris)
April–Mai 12 - 18 - Rübenbildung möglich, als Tierfutter geeignet
Studentenblume
(Tagetes patula)
Mai–Juli 6 - 12 - Stark gegen Nematoden, orangerote Blüten
Blauer Lein
(Linum usitatissimum)
April–Juli 12 - 15 - Tiefreichende Wurzeln, himmelblaue Blütenpracht
Düngelupinen
(Lupinus angustifolius)
April–Oktober 12 - 15 + Stickstoffsammler, nicht vor und nach Bohnen und Erbsen

Bühne auf - hier kommen die Spezialisten!

Wie genial... verschiedene Gründüngungspflanzen wissen wie es geht und was ihnen steckt! Je nach Jahreszeit und Boden spielen sie ihre besonderen Eigenschaften aus.


Wussten Sie schon?
 Bei Bodenmüdigkeit helfen Tagetes, Phacelia und Ringelblume optimal gegen die verursachenden Bodenälchen (Nematoden). Sie können auch zwischen betroffenen Kulturen wie Rosen, Tomaten und Kartoffeln ihren Platz finden.

Wahre Bienenfreunde

Der Name ist Programm: Phacelia, auch Bienenfreund genannt, macht nicht nur müde Böden munter, sondern ist zudem ein wahrer Magnet für Bienen und Insekten. Ein Grund mehr, die blauviolett blühende Schönheit in den Gemüsegarten oder neben Obststräucher zu setzen, um Bestäuberinsekten anzulocken. Auch ungefüllt blühende Studentenblumen, Ringelblumen und Buchweizen sind für den Boden von Vorteil und tragen zur Insektenvielfalt im Garten bei.

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