Erste Hilfe für Haustiere

Auch Haustiere benötigen mal Erste-Hilfe! Wie auch beim Menschen können Strom, Wasser aber auch Hitze oder andere Gefahren Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig machen. Prävention hilft oft - im Fall des Falles sind entsprechende Kenntnisse zur Erstversorgung und dem weiteren Vorgehen von Vorteil.

Erste-Hilfe-Einsätze vermeiden - das A und O

Erste-Hilfe-Einsätze vermeiden - das A und O
Gerade Hunde und Katzen sind recht mobil und können wie wir Menschen bewusst oder unbewusst das eine oder andere anstellen. Unfälle vermeiden können Sie zum Beispiel, wenn Sie Ihren Vierbeiner auf der Straße und im Wald grundsätzlich anleinen. Beim Spazieren gehen sind fremdgefundene Snacks ein Tabu und auch nach dem Schnabulieren Zuhause, heißt es erstmal dem Magen (Gefahr einer Magendrehung) Ruhe gönnen. 

Nahrungsmittel und giftige Substanzen aus dem Haushalt, die Haustieren gefährlich werden können, müssen unter Verschluss. Giftige Pflanzen sollten aus Garten und Wohnung verbannt werden, um für Katze, Hund und Kleintiere keine Gefahr darzustellen. 

Weitere Gefahrenquellen wie Stromkabel, heiße Herdplatten, Spielsachen zum Verschlucken, gehören nicht in die Reichweite von Samtpfoten & Co. Gekippte Fenster und zugefrorene Gewässer sind ebenfalls im Auge zu behalten.

Erstversorgung im Notfall

Erstversorgung im Notfall
Wie kann ich bei: Verbrennungen, Hitzschlag, Wespenstichen, evtl. Vergiftungen und sonstigen Notfällen helfen? Richtige Reaktionen und Handlungsweisen sind wichtig und können Leben retten. Wenn Sie wissen möchte wie Sie im Ernstfall Erste-Hilfe leisten, können sie z.B. einen Erste-Hilfe-Kurs für Tiere anfragen bei: Tierärzten, Tierkliniken, Hundeschulen und - vereinen, Tierschutzverbänden oder der Johanniter Unfallhilfe. 

Informieren Sie sich bitte rechtzeitig auch nach der Telefonnummer des Tiernotrufs in Ihrer Umgebung.

"Verletzungen"

Erste-Hilfe-Maßnahmen - es folgen immer Tierarzt und Tierklinik

Insektenstiche / Allergien Tritt nach einem Wespen- oder Insektenstich eine Schwellung auf, hilft zunächst ein nasser/kalter Lappen mit Kühlelement. Eine Pfote lässt sich kühlen, indem sie in kaltes Wasser getaucht wird. Bei einem Stich in die Nasen- oder Rachenschleimhaut geht es sofort zum Tierarzt. Schnell wird es in solch einem Fall lebensbedrohlich - kommt beispielsweise eine allergische Reaktion oder ein allergischer Schock dazu. 

Hitzschlag Lassen Sie Ihre Vierbeiner nicht im Auto oder setzten es an besonders heißen Tagen der Hitze aus. Ein Sonnenstich und Hitzschlag kann gefährlich werden. Haben Hunde einen Hitzschlag, hecheln sie, schwanken und haben gerötete Schleimhäute. Auch andere Haustiere zeigen mit Abgeschlagenheit und überhitztem Körper / Fieber entsprechende Anzeichen. Sie sollten sofort mit kühlem Wasser vor allem den Kopf bzw. Nacken kühlen und den Kreislauf mit Massagen des Körpers in Schwung bringen.

Blutungen und Schock Zunächst wird der Allgemeinzustand überprüft (Puls, Atem, Herzschlag), anschließend richten sich die Erste-Hilfemaßnahmen nach der Stärke der Blutung. Sinnvoll kann ein Druckverband sein. Wie auch beim Menschen wird das Tier auch bei einem Schock in eine stabile Seitenlage gelegt. Das Hinterteil und die Extremitäten lagern höher. Eine Decke verhindert starkes Auskühlen.

Verbrennungen Eine noch so kleine Verbrennung kann lebensbedrohliche Folgen haben. Stromschläge verursachen ebenfalls Brandwunden. Schockzustände etc. benötigen eine ärztliche Versorgung. Zunächst gilt es jedoch diese mit Wasser (ca. 18-20°C) zu kühlen. Offene Brandwunden werden verbunden. 

 Vergiftungen Nicht immer ist es eine Vergiftung. Informieren Sie sich unbedingt über Nahrungsmittel, Substanzen oder Pflanzen, die für Ihren Liebling giftig sind!! Folgende Anzeichen können auf eine Vergiftung hindeuten: Speicheln, Zittern, Durchfall, Atembeschwerden, unsicherer Gang, Teilnahmslosigkeit und blasse Schleimhäute. Flößen Sie bei einem wachen Tier mit einer Spritze vorsichtig Wasser ein. Wenn möglich nehmen Sie eine Probe zum Tierarzt mit, woran sich das Tier vergiftet hat. Bei Herzstillstand oder Atemnot zunächst die Wiederbelebung einleiten. 

"Behandlung"

Erste-Hilfe-Maßnahmen - es folgen immer Tierarzt und Tierklinik

Erst-
untersuchung


Wichtig: näheren Sie sich einem verunglückten Tier immer vorsichtig, mit ruhiger Stimme. Ist ein Näherungsversuch nicht möglich, hilft es eine Decke über das Tier zu werfen, um die Angst zu überwinden. Bei einem Kreislauf-Check (Kontrolle der Schleimhäute) kann der Zustand des Tieres besser eingeschätzt werden. Die Augenschleimhaut sollte rosa sein. Je blasser, um so ernster. Auch im Mundraum ist ein Check möglich.

Puls und Temperatur


Beim Überprüfen des Herzschlags und Puls wird die Innenseite des Oberschenkels zur Messung genutzt. Wichtig ist - nehmen Sie einen anderen Finger als Ihren Daumen zur Messung, da sonst der eigene Puls gemessen wird. Je nach Tierart und Größe des Tieres unterscheiden sich die Normalwerte. Dies gilt auch für das Messen der Temperatur. Gut geeignet sind digitale Fieberthermometer. 

Atemkontrolle Die Atemfrequenz gibt Auskunft über den Zustand des Tieres. Ein zu flacher Atem oder schnelles Hecheln sind Alarmzeichen. Atmet das Tier nicht mehr, wird mit der Wiederbelebung begonnen.

Wiederbelebung Ist eine Wiederbelebung notwendig? Die ABC-Regel hilf. Sie besagt: Atemwege freimachen und offen halten durch eine stabile Seitenlage. Beatmen. C (engl.) Kompression des Brustkorbs, d.h. Durchführung einer Herzdruckmassage; Bitte dringend an den Notruf denken und die W-Fragen beantworten (Wo? Wer ruft an? Was ist geschehen? Wie viele Betroffene? Warten auf Rückfragen!)

Transport Tiere werden je nach Tierart unterschiedlich hochgehoben. Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen ist besondere Vorsicht geboten. Die unterschiedlichen Grifftechniken können in Erst-Helfer-Kursen geübt werden. 


Verbände
anlegen

Ein Verband schützt Wunden vor u.a. Verunreinigungen. Damit das Anlegen eines Verbandes im Ernstfall klappt, ist es sinnvoll bereits im Vorfeld und in Ruhe zu üben. Beim Tierarzt oder auch im Erst-Helfer-Kurs können folgende Varianten besprochen und geübt werden: Augenverband, Bauchverband, Ohrenverband, Schnauzenverband.


Wussten Sie schon?
 Sie sind ortsfremd, haben die Telefonnummer Ihres Tierarztes oder des Tiernotrufs nicht parat? Auch die Polizei (110) und Feuerwehr (112) können weiterhelfen und Ihnen die Telefonnummern weiterleiten. 

Was gehört in die Hausapotheke?

Ihre Salben, Cremes, Pillen etc. sind nichts für Ihre Haustiere. Sie können für Tiere sogar tödlich sein. Eine eigene Hausapotheke ist deshalb nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Auch hier ist das Verfallsdatum im Auge zu behalten.

Neben Verbandsmaterial, der Telefonnummer des Tierarztes, der Tierklinik oder der Tierrettung gehören folgende Dinge in die Hausapotheke:
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