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Weinreben im Garten kultivieren: Von der Pflanzung bis zur Ernte

Weinreben im Garten kultivieren: Von der Pflanzung bis zur Ernte

Weinreben sind dekorative Kletterpflanzen, die sich ideal für sonnige Hauswände, Pergolen oder Rankgerüste eignen. Neben ihrem attraktiven Wuchs begeistern sie mit einer reichen Ernte aromatischer Trauben. Mit dem richtigen Standort und etwas Pflege lassen sich viele Sorten problemlos im eigenen Garten anbauen.
Autorin: Cornelia Förster

Wissenswertes über Wein

Weinreben (Vitis vinifera) zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und werden seit mehreren tausend Jahren angebaut. Ursprünglich stammen sie aus Vorderasien und dem Mittelmeerraum, heute gedeihen viele Sorten auch in heimischen Gärten.

Als Kletterpflanzen eignen sich Weinreben hervorragend zur Begrünung von Hauswänden, Pergolen oder Rankgerüsten. Neben ihrer dekorativen Wirkung liefern sie aromatische Früchte, die je nach Sorte frisch verzehrt oder zu Saft, Gelee und Wein verarbeitet werden können.

Grundsätzlich wird zwischen Tafeltrauben für den Frischverzehr und Keltertrauben zur Weinherstellung unterschieden. Tafeltrauben besitzen meist größere Beeren, eine dünnere Schale und überzeugen durch ihren süßen Geschmack. Viele moderne Sorten sind zudem kernlos und besonders angenehm zu naschen.

Gut zu wissen: Die meisten heute erhältlichen Edelreben sind selbstfruchtbar. Für eine zuverlässige Bestäubung ist daher in der Regel keine zweite Sorte erforderlich.

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Standort und Pflege für Weinreben und Weintrauben

    • Standort & Boden

      • Ein warmer, vollsonniger Platz ist für Wein- und Tafeltrauben besonders wichtig, damit sie entsprechend ausreifen.
      • Ideal ist ein Standort vor einer geschützten Hauswand mit Südausrichtung.
      • An den Boden stellen Weinreben nur geringe Ansprüche und gedeihen sowohl auf kalkreichen als auch auf sauren Böden.
      • Besonders gut geeignet sind tiefgründige, mineralische und ausreichend feuchte Böden.

    • Kultur im Pflanzgefäß

      • Schwachwüchsige Sorten eignen sich besonders gut.
      • Verwenden Sie ausreichend große Pflanzgefäße mit mindestens 10 Litern für Minireben und 20 Litern für Solitärreben.
      • Ideal ist ein durchlässiges, humoses Substrat mit guter Wasserhaltefähigkeit.
      • Gießen Sie regelmäßig, bestenfalls mit Regenwasser und vermeiden Sie Staunässe.

    • Pflanzung & Düngung

      • Das Pflanzloch sollte etwa 50 cm tief ausgehoben und der Untergrund gelockert werden.
      • Im März und April wird mit organischem Dünger gedüngt. Bis zum September folgen im Zweiwochentakt Nachdüngungen. 

    • Bewässerung

      • Weinreben freuen sich besonders über Regenwassergaben. Jede Pflanze benötigt etwa alle 7–10 Tage 10–20 Liter Wasser.
      • Staunässe können Weinpflanzen absolut nicht haben. Besser ist es nicht täglich, aber dafür richtig zu bewässern. 

    • Winterschutz

      • Ausgepflanzte Weinreben sind in der Regel winterhart und benötigen nur selten besondere Schutzmaßnahmen.
      • Junge Pflanzen profitieren in den ersten Standjahren von einer leichten Abdeckung des Wurzelbereichs mit Laub oder Mulch.
      • Weinreben im Kübel sollten vor starkem Durchfrieren geschützt und möglichst an einem geschützten Standort überwintert werden.

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    Tipp: Der Wein zählt zu den starkwüchsigen Kletterpflanzen und benötigt ein stabiles Spalier an dem die Triebe angebunden werden, denn er ist kein Selbstklimmer. Deshalb bitte auch bei der Pflanzung auf ausreichend Abstand zur nächsten Pflanze achten. Optimal ist ein Pflanzabstand von mindestens 1 m. Zwischen den Wurzeln und der Hausmauer sollten ca. 30 cm liegen.

    Schnitt für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte

    Passen die Standortbedingungen wachsen Weinreben kräftig und bilden zahlreiche Triebe. Wichtig sind die richtige Erziehung und ein regelmäßige Rückschnitt der Rebe. Da Weinreben ihre Früchte am einjährigen Holz bilden, das aus zweijährigen Trieben wächst, sollte stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen jungen und älteren Trieben erhalten bleiben.
    Im Sommer werden die Fruchttriebe eingekürzt, damit die Trauben ausreichend Licht und Luft erhalten. Schneiden Sie die Triebe etwa zwei Blattpaare nach der letzten Frucht zurück. Lassen Sie dabei einen rund 1 cm langen Zapfen stehen und schneiden Sie nicht direkt über der Blattachsel. Dieser Vorgang sollte alle 2–3 Wochen wiederholt werden, da Wein sehr starkwüchsig ist. Auch sogenannte Geiztriebe, die seitlich aus dem Haupttrieb wachsen und keine ausreifenden Trauben bilden, sollten entfernt werden.

    Der Hauptschnitt erfolgt im Winter. Geschnitten wird an einem frostfreien Tag während der Vegetationsruhe, bevor die Reben wieder austreiben. Dadurch wird das sogenannte Ausbluten der Pflanze reduziert.
    Das einfache Spalier

    Das einfache Spalier

    Ein Spalier eignet sich besonders gut für die Kultur an Hauswänden. Dabei wird ein senkrechter Haupttrieb nach oben geführt, während die Seitentriebe waagerecht an Drähten oder Querlatten befestigt werden.

    Wichtig: Binden Sie die jungen Triebe so bald wie möglich an. Sind diese erst einmal verholzt, brechen sie leicht ab.

    Seitentriebe oder Geiztriebe sollten zusätzlich ausgeknipst werden. Entfernen Sie alle 5–6 Jahre knorrige Äste und ziehen Sie junge Triebe nach. An dem einjährigen Holz der zweijährigen Triebe bilden sich die Früchte.
    Zu den Rankhilfen

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    Gut zu wissen: Der Schnittwinkel sollte immer so gesetzt sein, dass das Wasser von der Schnittfläche ablaufen kann und nicht auf der Schnittwunde stehen bleibt – denn dies würde Krankheiten begünstigen.
    Fassadenbegrünung

    Fassadenbegrünung

    Möchten Sie Ihren Weinstock eher zur Dekoration kultivieren und eine Pergola begrünen, schneiden Sie in geringerem Maße zurück.

    Wein trägt am einjährigen Holz, das dem zweijährigen entspringt. Idealerweise erziehen Sie den Wein ab der gewünschten Stammhöhe.

    Wird die Pflanze überhaupt nicht zurückgeschnitten, nimmt die Fruchtbildung im Laufe der Zeit ab und dem Wein fehlt unter Umständen Licht und Luft. Kürzen Sie deshalb regelmäßig zumindest einige Seitentriebe passend zu Ihrer Sorte ein und sorgen Sie so für eine bessere Pflanzengesundheit.
    Zu den Gartenscheren

    Trauben ernten und verarbeiten

    Je nach Sorte beginnt die Erntezeit im August und reicht bis in den Oktober. Reife Trauben erkennen Sie an ihrer sortentypischen Farbe sowie an den zunehmend verholzenden Fruchtstielen.

    Für das beste Aroma sollten die Früchte möglichst lange an der Pflanze ausreifen. Eine gute Orientierung bietet der Geschmackstest: Schmecken die Trauben bereits süß, dürfen sie meist noch etwa eine Woche hängen bleiben. Die zusätzliche Reifezeit sorgt oft für ein noch intensiveres Aroma.

    Fällt die Ernte besonders reich aus, lassen sich die Trauben für einige Zeit an einem kühlen, luftigen Ort lagern. Darüber hinaus eignen sie sich hervorragend zur Weiterverarbeitung, beispielsweise zu Saft, Gelee oder anderen fruchtigen Köstlichkeiten. Als Faustregel gilt: Aus 15 Kilogramm Trauben lassen sich etwa 10 Liter Saft gewinnen.

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