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Wildobst & Wildbeeren – die Vitaminbar im Garten

Wildobst & Wildbeeren – die Vitaminbar im Garten

Sie sind attraktiv, pflegeleicht und bereichern Mensch und Tier gleichermaßen – Wildobst-Arten mit ihren schmackhaften, essbaren Früchten. Auch ihre Blüten haben ihren Reiz. Als wertvolle Nahrungsquelle für Bienen fördern die Gehölze die Artenvielfalt und überzeugen durch ihre ursprüngliche, kaum gezüchtete Natur.
Autorin: Cornelia Förster

Das Wildobst hat es in sich

Viele der Wildobstarten sind ein uraltes Nahrungs- und Heilmittel. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden zum Beispiel in frühzeitlichen Siedlungen getrocknete Schlehenbeeren gefunden. Auch der Mann aus dem Eis – der gute alte Ötzi – hatte auf seiner Wanderung ein paar getrocknete Früchte dabei.

Schon seit jeher hochgeschätzt, liefern Wildbeeren wie Apfelbeere, Holunder, Kornelkirsche, Schlehe und Co. zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Ob autochthon (gebietsheimisch), heimisch oder zugereist – jedes Obst hat sein eigenes Potenzial und bereichert den Speiseplan auf individuelle Weise.

An erster Stelle steht neben Biophenolen, Mineralstoffen, Farbstoffen (Antioxidantien) und Pektinen das Vitamin-C. Tatsächlich enthalten einige der Beeren sogar mehr Vitamin-C als eine Zitrone. Die ersten drei Plätze der Vitamin-C-Lieferanten belegen: Hagebutte (900-2000 mg/100 g), Sanddorn (200-1300 mg/100 g) und Eberesche (80-120 mg/100 g).
Zu den Wildobst-Arten

Top 10 der Wilden und Bonuspflanzen

Welches Wildobst bzw. welche Wildbeeren dürfen in den Garten ziehen? Die meisten sind gut als Heckenpflanze für Wildobsthecken geeignet, aber auch in Solitär-Stellung können sie wahre Hingucker sein und den Gaumen erfreuen.
    1. Kornelkirsche

    1. Kornelkirsche

    Die Kornelkirsche ist eine nährstoffreiche Frucht, die vor allem Vitamin C, Kalium und Eisen enthält und so das Immunsystem stärkt und antioxidative Wirkungen bietet. Sie fördert durch ihren Ballaststoffgehalt die Verdauung und kann den Cholesterinspiegel senken. Sekundäre Pflanzenstoffe der Kornelkirsche unterstützen das Herz-Kreislauf-System und wirken entzündungshemmend. Die Pflanze wächst bevorzugt an sonnigen bis halbschattigen Standorten und fühlt sich in kalkhaltigen, lockeren Böden wohl. Kornelkirschen werden gern roh, als Saft oder in Marmeladen genossen und sind eine gesunde, leicht säuerliche Bereicherung für den Speiseplan.
    Zu den Kornelkirschen
    2. Felsenbirne

    2. Felsenbirne

    Die Felsenbirne ist eine vitaminreiche Frucht, die viel Vitamin C, Eisen und Ballaststoffe enthält, was das Immunsystem unterstützt und die Verdauung fördert. Die Beeren sind reich an Antioxidantien, die dabei helfen, Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen. Sie haben einen leicht süßen Geschmack und können frisch, getrocknet oder in Marmeladen verarbeitet verzehrt werden. Felsenbirnen gedeihen am besten in sonnigen bis halbschattigen Lagen mit durchlässigen Böden. Sie sind robust und winterhart, was sie ideal für gemäßigte Klimazonen macht.
    Zu den Felsenbirnen
    3. Sanddorn

    3. Sanddorn

    Der Sanddorn besitzt leuchtend orange Beere, die reich an Vitamin C, E und B12 sowie Antioxidantien sind, Sie stärken das Immunsystem und bekämpfen Entzündungen. Die Frucht ist außerdem eine wertvolle Quelle für Omega-7-Fettsäuren, die Haut und Haare unterstützen. Sanddorn kann das Herz-Kreislauf-System stärken und hilft bei der Zellregeneration. Er wächst bevorzugt in sonnigen, kargen und sandigen Böden und gedeiht besonders gut in Küstenregionen. Sanddornsträucher sind widerstandsfähig und trotzen auch extremen Wetterbedingungen.
    Zum Sanddorn
    4. Holunder

    4. Holunder

    Holunderbeeren sind reich an Vitamin C, B-Vitaminen und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und entzündungshemmend wirken. Die Beeren und Blüten des Holunders werden traditionell zur Linderung von Erkältungssymptomen und zur Stärkung der Abwehrkräfte genutzt. Holunder ist auch für seine entgiftenden Eigenschaften bekannt und kann als Sirup, Saft oder Tee verarbeitet werden. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit feuchten, nährstoffreichen Böden. Holunder wächst häufig in Hecken, an Waldrändern und auf feuchten Wiesen in gemäßigten Klimazonen.
    Zum Holunder
    5. Schlehe

    5. Schlehe

    Die Schlehe ist reich an Vitamin C, Ballaststoffen und wertvollen Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und die Verdauung fördern. Ihre Beeren und Blüten werden traditionell zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden und zur Stärkung des Kreislaufs verwendet. Die antioxidativen Inhaltsstoffe helfen, Zellschäden zu reduzieren und das Hautbild zu verbessern. Die Schlehe bevorzugt sonnige bis leicht schattige Standorte und wächst gut auf kalkhaltigen, durchlässigen Böden. Sie ist oft in Heckenlandschaften und an Waldrändern in freier Natur zu finden.
    Zu der Schlehe
    6. Mispel

    6. Mispel

    Die Mispel gedeiht besonders gut an sonnigen, warmen Standorten mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Ihre Früchte enthalten viel Vitamin C, Ballaststoffe und verschiedene Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken und die Verdauung fördern. Nach dem ersten Frost werden die Früchte weicher und süßer, was sie ideal für Marmeladen und Gelees macht. In der Naturheilkunde gilt die Mispel als entzündungshemmend und verdauungsfördernd.
    Zu der Mispel
    7. Hagebutte

    7. Hagebutte

    Die Hagebutte wächst am liebsten an sonnigen, warmen Standorten mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Ihre roten Früchte sind besonders reich an Vitamin C, Antioxidantien und Ballaststoffen, die das Immunsystem stärken und die Verdauung unterstützen. Auch als entzündungshemmendes Hausmittel ist sie bekannt und wird gerne zur Stärkung der Abwehrkräfte genutzt. Nach dem ersten Frost wird die Hagebutte milder im Geschmack, was sie ideal für die Zubereitung von Tees, Marmeladen und Gelees macht.
    8. Eberesche

    8. Eberesche

    Die Eberesche wächst am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten und stellt nur geringe Ansprüche an den Boden. Ihre leuchtend roten Beeren enthalten viel Vitamin C, Mineralstoffe und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und entzündungshemmend wirken. Die Beeren können nach dem Kochen zu Marmeladen, Säften und Gelees verarbeitet werden, da sie dann bekömmlicher sind. In der Naturheilkunde wird die Eberesche für ihre verdauungsfördernden und harntreibenden Eigenschaften geschätzt.
    Zu der Eberesche
    9. Weißdorn

    9. Weißdorn

    Der Weißdorn bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und gedeiht auf kalkhaltigen, gut durchlässigen Böden. Seine roten Beeren sind reich an Flavonoiden, Vitamin C und Gerbstoffen, die das Herz-Kreislauf-System stärken und antioxidativ wirken. In der Naturheilkunde wird Weißdorn traditionell zur Unterstützung der Herzfunktion und zur Verbesserung der Durchblutung eingesetzt. Auch als Tee oder Extrakt ist er beliebt, da er beruhigend und krampflösend wirken kann. Weißdorn eignet sich gut für Hecken und Windschutzpflanzungen.
    Zum Weißdorn
    10. Goji

    10. Goji

    Goji-Beeren sind kleine, nährstoffreiche Früchte, die besonders reich an Vitamin C, Antioxidantien, Eisen und Ballaststoffen sind. Diese "Superfood"-Beeren fördern das Immunsystem, unterstützen die Hautgesundheit und tragen zur Verbesserung des Sehvermögens bei. Goji-Beeren haben entzündungshemmende Eigenschaften und können wohl sogar den Blutdruck regulieren. Sie gedeihen am besten in sonnigen, warmen und trockenen Klimazonen, wie z. B. in Asien und Südamerika. Goji-Pflanzen benötigen gut durchlässigen Boden und regelmäßiges Gießen, um optimal zu wachsen.
    Zu der Goji-Beere

    Weitere interessante Wildobst-Arten

      Wildobst entdecken – Vielfalt aus der Natur

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      Standort: Wo fühlen sich Wildobstgehölze wohl?

      Ob auf locker humosem, lehmigem oder eher sandigem Gartenboden, Wildobstpflanzen kommen fast überall zurecht. Weniger gut vertragen wird hingegen Staunässe bedingt durch beispielsweise verdichtete Böden. 

      Ein Platz an der Sonne mit ausreichendem Abstand (1,50–2,00 m) unterstützt bei den meisten die Bildung großer, wohlschmeckender Beeren wie auch die Pflanzengesundheit. Eine Ausnahme sind die Waldbeeren – sie bevorzugen ähnliche Verhältnisse gemäß ihrem natürlichen Standort.
      Die Wilden richtig pflanzen

      Die Wilden richtig pflanzen

      Die ideale Pflanzzeit für Wildobst ist der Herbst. Nur wärmeliebende Arten wie Weiße Maulbeere oder Japanische Weinbeere setzt man besser im Frühjahr. So können alle anderen Gehölze schon im Herbst Wurzeln bilden und im Frühjahr kräftig austreiben.

      Bewässern Sie die jungen Sträucher 1–2 Stunden vor dem Pflanzen. Das Pflanzloch sollte groß genug sein, damit die wurzelnackte Pflanze bzw. der Wurzelballen tief genug sitzen. Das Erdreich darunter wird mit einem Spaten gelockert. Bei schweren Böden empfiehlt sich zusätzlich eine Drainageschicht aus grobem Kies.
      Helfer fürs Pflanzen

      Glühbirnen-Icon 

      Wissen on top: Apfelbeeren, Zierquitten und auch Heidelbeeren bevorzugen wie ihre wilden Geschwister einen leicht sauren bis neutralen Boden. Ist der Boden zu basisch (z. B. durch einen hohen Kalkgehalt), kommt es häufig zu Eisenmangel. Füllen Sie in so einem Fall am besten Rhododendronerde in das größer gestaltete Pflanzloch.
      Die richtige Pflege

      Die richtige Pflege

      Wildobst und Wildbeeren benötigen weder besondere Standortbedingungen noch Düngung oder Schnitt. Im Gegenteil: Sie gedeihen am besten auf mageren Böden, in voller Sonne oder im Halbschatten – ganz ohne regelmäßige Schnittmaßnahmen.

      Ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt, bei dem einzelne Zweige an der Basis entfernt werden, genügt. Selbst ein starker Rückschnitt wird meist gut vertragen. Nur auf sehr kargen Böden empfiehlt sich im Frühjahr etwas Grobkompost. Eine Ausnahme bildet der Holunder: Als Stickstoffliebhaber freut er sich über zusätzlichen Beerendünger.
      Zu den Gartenscheren

      Ernte leicht gemacht

      Je nach Wildobst-Art können dichtes Wachstum oder Dornen die Ernte erschweren. Mit robusten Gartenhandschuhen und einer scharfen Schere oder einem Messer lassen sich die Früchte jedoch bequem und sicher ernten.

      Die meisten Wildfrüchte eignen sich hervorragend zur Weiterverarbeitung. Ob Marmelade, Gelee, Saft oder Likör – die aromatischen Früchte bereichern die Küche auf vielfältige Weise. Einige Arten schmecken zudem getrocknet besonders lecker und liefern wertvolle Vitamine und andere Nährstoffe.
      Zum Erntekalender für Wildobst-Arten

      Ein Paradies für Bienen

       Icon Geben und Nehmen lautet die Devise: Wildobstgehölze locken Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Nützlinge an und versorgen sie mit Nektar und Pollen.
       Icon Auch Vögel bedienen sich, sobald die Früchte reifen. Naturnahe Gärten mit Wildobsthecken, Blumenwiesen und Nützlingsquartieren fördern die Artenvielfalt und bieten wertvolle Lebensräume.
      Zum Ratgeber Bienengarten

      FAQs: Häufige Fragen zu Wildobst – wir antworten!

      • Wie kann man Wildobst lagern? Frisch geerntetes Wildobst hält sich im Kühlschrank nur wenige Tage. Wer länger Freude daran haben möchte, kann es einfrieren, trocknen oder einkochen. Besonders beliebt ist auch die Verarbeitung zu Marmelade, Saft oder Likör.
      • Welche Wildbeeren eignen sich für Marmelade oder Saft? Besonders Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Holunderbeeren und Sanddorn sind beliebt.
      • Wie schneidet man Wildobststräucher richtig? Altes Holz regelmäßig auslichten, Triebe einkürzen und Platz für neue Fruchttriebe schaffen, meist nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr.
      • Kann man Wildobst auch im Topf ziehen? Ja, kleinere Sträucher wie Himbeeren oder Johannisbeeren können im Kübel kultiviert werden, benötigen aber ausreichend Nährstoffe und regelmäßiges Gießen.

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