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Bodenverbesserung im Hausgarten

Bodenverbesserung im Hausgarten

Ein gesunder Boden ist die Grundlage für kräftige Pflanzen, üppige Blüten und eine reiche Ernte. Damit Gartenpflanzen optimal wachsen können, sollte der Boden Wasser und Nährstoffe speichern, gleichzeitig aber locker und gut durchlüftet sein. AWie gut diese Eigenschaften ausgeprägt sind, hängt von der Zusammensetzung des Bodens ab. Mit den passenden Maßnahmen lässt sich nahezu jeder Gartenboden gezielt verbessern und langfristig fruchtbarer machen.
Autorin: Cornelia Förster

Die vier Hauptbodenarten

Gartenböden werden anhand ihrer Korngröße in vier Hauptbodenarten eingeteilt: Sand-, Schluff-, Ton- und Lehmböden. In der Praxis kommen diese jedoch nur selten in reiner Form vor. Meist handelt es sich um Mischformen, bei denen eine Bodenart überwiegt.

Je nach Zusammensetzung unterscheiden sich Wasserspeicherung, Nährstoffgehalt und Bearbeitbarkeit deutlich. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Eigenschaften der einzelnen Bodenarten.
EigenschaftenSand
(0,063–2 mm)
Schluff
(0,002–0,063 mm)
Ton
(<0,002 mm)
Lehm
(Gemisch aus den 3 Arten)
Bearbeitung des Bodenssehr gutmittelsehr schlechtgut
Speicherung der Nährstoffesehr schlechtschlechtsehr gutgut
Nachlieferung der Nährstoffeschlechtgutgutsehr gut
Wasserhaltevermögensehr schlechtgutsehr gutsehr gut
Wassernachlieferungschlechtsehr gutschlechtgut
Drainagewirkungsehr gutsehr schlechtschlechtmittel

Bodenanalyse: Welche Bodenart lieg vor?

Bevor Sie Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihren Gartenboden. Eine regelmäßige Bodenanalyse – idealerweise alle zwei bis drei Jahre – liefert wichtige Informationen zur Bodenbeschaffenheit und Nährstoffversorgung. So können Sie Düngung und Bodenpflege gezielt auf die Bedürfnisse von Blumen, Gemüse, Obstgehölzen, Zierpflanzen und Rasen abstimmen.

Eine Bodenanalyse gibt unter anderem Aufschluss über die Bodenart, den pH-Wert sowie die Gehalte an Phosphor, Kalium, Magnesium und Humus.

Weist der Boden einen Nährstoffmangel oder -überschuss auf, kann es zur Unterversorgung oder auch Festlegung bestimmter Nährstoffe kommen. Wichtig zu wissen: Der Nährstoff, der im Mangel ist, beeinflusst gemäß dem Minimumgesetz die Aufnahme aller übrigen Nährstoffe. Eine Pflanze kann sich nur so weit entwickeln, wie es die knappste Ressource erlaubt. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf Wachstum und Ertrag, sondern auch die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Ein wichtiger Faktor – der pH-Wert

Neben der Bodenstruktur und der Nährstoffversorgung spielt der pH-Wert (Potentia Hydrogenii) eine wichtige Rolle für gesundes Pflanzenwachstum. Er gibt die Konzentration freier Wasserstoff-Ionen in einer Bodenlösung an. Werte unter 7 gelten als sauer, Werte über 7 als alkalisch.

Die meisten Gartenpflanzen gedeihen am besten in einem schwach sauren bis neutralen Boden (pH-Wert 6–7). Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Azaleen oder Heidelbeeren bevorzugen dagegen deutlich saure Böden. Passt der pH-Wert nicht, fahren die meisten Pflanzen ihren Stoffwechsel runter und können erkranken. 

Auch das Bodenleben wird vom pH-Wert beeinflusst. Viele nützliche Bodenorganismen sind nur in einem geeigneten Milieu aktiv. Sie lockern den Boden, fördern die Humusbildung und tragen dazu bei, Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen.

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Verbesserung der Bodenstruktur leicht gemacht

    • Gründüngung

      Gründüngung

      • Gründüngung lockert den Boden, schützt vor Erosion und reichert ihn mit organischer Substanz an.
      • Die Pflanzen werden vor der Samenreife gemäht und in den Boden eingearbeitet. Bei einer Herbstaussaat können sie über Winter stehen bleiben.

    • Fruchtwechsel / Mischkultur

      Fruchtwechsel / Mischkultur

      • Ein regelmäßiger Fruchtwechsel beugt einseitiger Bodenauslaugung vor und unterstützt die Bodenfruchtbarkeit.
      • Mischkulturen nutzen die Stärken verschiedener Pflanzenarten und fördern Wachstum, Pflanzengesundheit und Ertrag.

    • Gesteinsmehle

      Gesteinsmehle

      • Gesteinsmehle liefern wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente und unterstützen die Humusbildung.
      • Sie verbessern die Bodenstruktur und fördern langfristig die Bodenfruchtbarkeit.

    • Mulchen

      Mulchen

      • Eine Mulchschicht schützt den Boden vor Austrocknung, Temperaturschwankungen und unerwünschtem Unkrautwuchs.
      • Humus zählt zu den besten Bodenverbesserern überhaupt, er fördert Bodenleben und verbessert die Struktur.

    • Kompost

      Kompost

      • Reifer Kompost zählt zu den wichtigsten Bodenverbesserern und versorgt den Boden mit wertvoller organischer Substanz.
      • Die feinkrümelige Erde und der enthaltene Humus binden Wasser und dienen als Depotdünger. Dieser gibt bei Bedarf Mineralien und Nährstoffe frei.

    • Bodenkalkung

      Bodenkalkung

      • Ist der Boden zu sauer, kann Kalk helfen, den pH-Wert anzuheben und die Nährstoffverfügbarkeit zu verbessern. 
      • Kalziumcarbonat wirkt langsam und kann auf sandigen Böden eingesetzt werden. Schneller wirkender Branntkalk kann auf Lehmböden den gewünschten Effekt erzielen.

    Glühbirnen-Icon 

    Wissenswert: Perlite sind ebenfalls ein ausgezeichnetes Bodenverbesserungsmittel, da sie die Belüftung fördern, Wasser speichern und Staunässe verhindern. Es eignet sich ideal für Topfpflanzen und Gartenböden, um das Wurzelwachstum zu unterstützen. Mischen Sie je nach Bodenart 10–30 % Perlite in die Erde. Lehmböden sind dichter und weniger durchlässig als Sandböden. Sie benötigen einen höheren Anteil an Perlite.

    Boden umgraben – ja oder nein?

    Im Herbst können Sie die Bodenstruktur und -belüftung durch das Umgraben mit dem Spaten fördern. Die folgende Frostgare der Wintermonate sorgt für feinkrümelige Erde, die sich hervorragend für die nächste Bepflanzung eignet. Diese Variante ist vor allem bei schwereren Böden wie Lehmböden oder bei Neuanlage eines Beetes zu empfehlen. Zu bedenken gilt: Durch das Umkrempeln des Bodens werden viele Bodenlebewesen geschädigt und Nährstoffe ausgewaschen.

    Die Organismen des Bodens schonen und eine Nährstoffauswaschung verhindern können Sie, indem Sie die Bodenoberfläche über den Winter mit Gründüngungspflanzen abdecken und den Boden im Frühjahr oberflächlich lockern. Möchten Sie Kompost oder abgelagerten Mist ausbringen, empfehlen sich ebenfalls die Monate März und April, also kurz vor der Einsaat bzw. dem Einsetzen der Pflanzen.

    Gehört Ihr Boden zu den leichteren Gartenböden oder möchten Sie Ihren Boden zum Schutz der Bodenorganismen auf keinen Fall grob bearbeiten, können Sie ihn auch mulchen oder Gründüngungspflanzen im Herbst aussäen. Zur Bodenlockerung arbeiten Sie die Erde dann nach dem Winter mit einem Sauzahn, einer Handegge oder Harke durch. Dabei handelt es sich um Kultivatoren, die den Boden lockern, ohne ihn zu wenden.
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    FAQs: Häufige Fragen zum Thema Bodenverbesserung – wir antworten!

    • ​​​​​​Woran erkenne ich, dass der Boden Hilfe braucht? Typische Anzeichen sind ein harter oder staubiger Boden, gestautes Wasser, verringertes Pflanzenwachstum und fehlende Bodenlebewesen. 
    • ​​​​​​Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit einer Bodenverbesserung tätig zu werden? Ein günstiger Zeitpunkt ist im Frühjahr, wenn man den Boden auf die neue Saison vorbereitet. Alternativ auch im Herbst, um den Boden vor dem Frost richtig zu versorgen.
    • Wie finde ich heraus, was der Boden braucht? Eine Bodenanalyse liefert wichtige Informationen über den pH-Wert, Nährstoffgehalt und die Beschaffenheit (Sand, Lehm etc.) des Bodens, auf dessen Basis dann gezielt gedüngt und gepflegt werden kann. 
    • Wie führe ich eine Bodenanalyse durch? Spezielle Bodentest-Sets helfen bei der Analyse in Eigenregie. Dazu müssen in der Regel lediglich verschiedene Stichproben aus dem Boden genommen werden, die in ein Untersuchungsröhrchen mit Bodentest-Tabletten gesteckt und ausgewertet werden. Alternativ können die Proben in ein anerkanntes Bodenlabor geschickt werden. Die Auswertung beinhaltet im Idealfall bereits Verbesserungsvorschläge.
    • Wie oft sollte eine Bodenanalyse durchgeführt werden? Bodenanalysen sind ein tolles Tool, um gezielt zu erkennen, was der Boden an Nährstoffen wirklich braucht. Daher darf eine Analyse gern jährlich durchgeführt werden.

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