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Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Permakultur im Garten und auf dem Balkon

Permakultur setzt auf naturnahe Kreisläufe und ein nachhaltiges Miteinander von Mensch, Pflanze und Tier. Durch die gezielte Kombination verschiedener Pflanzen, den schonenden Umgang mit Ressourcen und die Förderung der Artenvielfalt entstehen lebendige Gärten und Balkone, die langfristig im Gleichgewicht bleiben.
Autorin: Cornelia Förster

Die Vorteile der Permakultur

Der Begriff Permakultur leitet sich von den englischen Wörtern permanent und agriculture ab. Die Grundidee: Natürliche Ökosysteme beobachten und deren Prinzipien auf Garten und Balkon übertragen, um nachhaltige und widerstandsfähige Lebensräume zu schaffen.

    • Von der Natur lernen

      Von der Natur lernen

      Statt gegen die Natur zu arbeiten, orientiert sich die Permakultur an natürlichen Kreisläufen und Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren und Boden.

    • Ressourcen schonen

      Ressourcen schonen

      Wasser, Boden und Nährstoffe werden möglichst effizient genutzt und in natürlichen Kreisläufen erhalten.

    • Artenvielfalt fördern

      Artenvielfalt fördern

      Vielfältige Pflanzungen und naturnahe Lebensräume schaffen optimale Bedingungen für Insekten, Vögel und andere Nützlinge.

    • Widerstandsfähige Gärten schaffen

      Widerstandsfähige Gärten schaffen

      Vielfalt statt Monokultur: Durch die gezielte Kombination verschiedener Pflanzen entstehen stabile Ökosysteme, die Ressourcen effizient nutzen und Mensch, Tier und Umwelt zugutekommen.

    Permakultur im Garten umsetzen – erste Schritte

    Permakultur funktionier auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Sebst auf kleiner Fläche können Sie aktiv zur Förderung der Biodiversität beitragen und gleichzeitig Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz unterstützen.

    Das wichtigste Prinzip lautet: beobachten und verstehen. Bevor Sie mit der Gestaltung beginnen, lohnt es sich, die natürlichen Gegebenheiten Ihres Gartens genau zu analysieren:
    • Von wo kommt die Sonne?
    • Welche Bereiche liegen im Halbschatten oder Schatten?
    • Gibt es windgeschützte und nicht-windgeschützte Flächen?
    • Hat das Gelände eine Neigung, die Einfluss auf die Bewässerung nimmt?
    • Wo entstehen Wärmezonen, zum Beispiel durch Mauern oder Steine?
    Diese Beobachtungen bilden die Grundlage für eine naturnahe Gartengestaltung, von der Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen profitieren.

    Die Zoneneinteilung in der Permakultur

    In der Permakultur werden Flächen je nach Nutzung in verschiedene Zonen eingeteilt. Häufig genutzte Bereiche liegen nah am Haus, während naturnahe und wenig gepflegte Bereiche weiter außen angesiedelt werden. So lassen sich Wege verkürzen, Ressourcen effizient nutzen und natürliche Kreisläufe fördern.

      • Zone 0

        Wohngebiet – Haus oder Wohnung

      • Zone 1

        Küchengarten, Kräutergarten, am pflegeintensivsten

      • Zone 2

        Gemüsegarten, eventuell mit Gewächshaus und Kleintierhaltung

      • Zone 3

        Landwirtschaft, Obst- und Nussbäume, Tierhaltung

      • Zone 4

        Weideland, Obst- und Nussbäume, Holzversorgung

      • Zone 5

        Wildwachsende Naturzone, Lebens- und Ruheraum für Tier und Mensch, keine Pflege

      Wegesysteme für den Permakultur-Garten

      Durchdachte Wege sorgen in der Permakultur für kurze Arbeitswege und eine effiziente Nutzung der einzelnen Gartenzonen. Sie erleichtern Pflege, Ernte und Beobachtung der Pflanzen und schützen gleichzeitig den Boden vor Verdichtung durch häufiges Betreten.

      Hauptwege verbinden die verschiedenen Bereiche des Gartens und sollten ausreichend breit sein, damit beispielsweise eine Schubkarre problemlos passieren kann. Nebenwege führen direkt zu Beeten, Anbauflächen oder speziellen Gartenbereichen und werden idealerweise so kurz wie möglich gehalten.

      Für den Wegebau eignen sich natürliche Materialien wie Mulch, Kies, Holzhackschnitzel oder Natursteine. Mit Randpflanzen lassen sich Wege zusätzlich einfassen und strukturieren, während sie gleichzeitig zur naturnahen Gestaltung des Gartens beitragen.

      Permakultur in der Praxis

        • Naturräume schaffen

          Naturräume schaffen

          Etwa 20 % der Gartenfläche können der Natur überlassen werden. Wildpflanzen, Insekten und andere Tiere finden hier wertvolle Lebensräume. Trockenmauern, Stein- oder Totholzhaufen eignen sich besonders gut.

        • Die richtige Pflanzenauswahl

          Die richtige Pflanzenauswahl

          Pflanzen, die zu den Licht-, Boden- und Klimabedingungen passen, wachsen gesünder und benötigen weniger Pflege. Mischkulturen sowie die Kombination aus Nutz- und Zierpflanzen fördern zusätzlich die Artenvielfalt.

        • Kreisläufe nutzen

          Kreisläufe nutzen

          Kompostierung, Regenwassernutzung oder Pflanzenjauchen helfen, Ressourcen im Garten zu halten und natürliche Kreisläufe zu schließen.

        Permakultur-Anbaumethoden im Überblick

          Pflanzen für den Permakulturgarten

          Für die Permakultur eignen sich viele Obst- und Gemüsearten: Apfelbäume, Johannisbeeren, verschiedene Kohlarten, Salate oder Kräuter passen perfekt zusammen. Sie liefern gesunde Vitamine, sind pflegeleicht, gut kombinierbar und fördern die Artenvielfalt. Besonders empfehlenswert sind heimische Arten, mehrjährige Pflanzen sowie Biopflanzen, die den nachhaltigen Grundgedanken der Permakultur unterstützen.

          Hecken aus heimischen Wildobstgehölzen bieten Sichtschutz und schützen vor Lärm und Staub. Bodendecker wie Kapuzinerkresse oder stickstoffbindende Pflanzen stärken den Boden, während blühende Pflanzen wie Ringelblumen, Sonnenblumen oder Lavendel wertvolle Nahrung für Bestäuber liefern und die ökologische Vielfalt fördern.
            Permakultur auf dem Balkon

            Permakultur auf dem Balkon

            Kein Garten? Permakultur funktioniert auch auf dem Balkon. Mit vertikalen Anbauvarianten, Hängeampeln und Balkonkästen lässt sich der vorhandene Platz optimal nutzen. Kräuter, Gemüse, Salate und Naschobst können vielseitig kombiniert und durch Blühpflanzen ergänzt werden, die Insekten anlocken. Für einen nachhaltigen Nährstoffkreislauf eignet sich zudem ein Bokashi-Eimer als platzsparende Alternative zum klassischen Kompost.
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