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Igel im Garten

Lustig sehen die Igel mit ihren neugierigen Knopfaugen aus, wenn sie durch die Gärten auf Nahrungssuche sind. Doch der natürliche Lebensraum und das Nahrungsangebot der zuverlässigen Schädlingsvertilger werden rar. Die gefährdeten Gartenbewohner sind jetzt für Unterstützung bei der Futtersuche oder einem passenden Quartier dankbar und freuen sich im Herbst über die richtige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit.

Welcher Igel braucht Hilfe und warum?

Welcher Igel braucht Hilfe und warum?
Wenn Sie einen Igel finden, müssen Sie nicht sofort handeln. Normal reicht es, den Igeln einen Unterschlupf und passendes Futter anzubieten. Allerdings gibt es Ausnahmen, bei denen Ihre Hilfe gefragt ist:

  • Verwaiste Jungtiere: Kriechen tagsüber über den Rasen, fiepen laut oder liegen dehydriert auf der Seite.
  • Unterernährte Igel: Haben meist eingefallenen Flanken und einer deutlichen Einbuchtung hinter dem Kopf.
  • Kranke Igel: Sind meinst tagaktiv, apathisch und mager. Zudem haben sie eingefallene Augen.
  • Igel, die von Parasiten und deren Eiern befallen sind. Ein verklebter Igel sieht aus, als hätte er sich in Sägespänen gewälzt.
  • Igel, die nach Wintereinbruch noch aktiv sind.
  • Tiere mit offensichtlichen Verletzungen.

Checkliste für die Igel-Erstversorgung


Wird unter den vorher genannten Voraussetzungen ein Igel gefunden, sollten Sie zuerst prüfen, ob das Tier unterkühlt ist. Das ist der Fall, wenn sich der Bauch kühler als die eigene Handfläche anfühlt. Am besten wickeln Sie dann eine Wärmflasche in ein Handtuch und legen diese zum Igel. Oft sind die Findelkinder nicht nur hungrig, sondern auch dehydriert. Fencheltee kann hierbei Abhilfe schaffen. Hat der Igel offensichtliche Verletzungen, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Die Temperaturen liegen dauerhaft über 6°C

  • Der Igel kann im Garten versorgt werden
  • Futter & Wasser zur Verfügung stellen
  • Einen Unterschlupf anbieten
  • Außenparasiten, wie Flöhe, entfernen

Die Temperaturen liegen dauerhaft unter 6°C

  • Igel zum Tierarzt, Tierheim oder zur Auffangstation bringen
  • Alternativ den Igel selbst aufnehmen & pflegen
  • Futter, Wasser & Unterschlupf bereitstellen
  • Außenparasiten, wie Flöhe, entfernen
  • Tägliche Gewichtskontrolle

Was frisst mein Igel?

Auf dem natürlichen Speiseplan des Igels stehen Käfer, Würmer, Larven, Schnecken, Asseln und andere Insekten. Ein Pflanzenfresser ist der Igel nicht und verzichtet daher sehr gerne auf Gemüse und Obst, denn er kann pflanzliche Nahrung nicht verwerten. Auch von Milchprodukten und Essensresten können Igel ernsthaft krank werden. 
Beim Igel-Spezialfutter wird auf ausgewogenes und artgerechtes Nassfutter zurückgegriffen. Es sollte aus einer Mischung aus proteinreichen Insekten oder einem vollwertigen Mix aus Fleisch, Insekten und Ei bestehen.
Abgesehen von speziellem Igelfutter kann man den stacheligen Tierchen auch ungewürztes Hackfleisch und Rührei anbieten.

In einem kleinen, oben geschlossenen Kistchen mit zwei 10 x 10 cm großen Schlupflöchern serviert, ist das angebotene Futter vor Vögeln und Regen geschützt.

Jederzeit sollte für Igel eine Wasserstelle bereitstehen, gerade in der warmen und trockenen Jahreszeit ist dies besonders wichtig. Ist ein Gartenteich vorhanden, können Igel am flachen Ufer ihren Durst stillen.

Bequemer Unterschlupf


Begegnen Sie in Ihrem Garten einem Igel, dann ist das ein Kompliment: Ihre naturnahe Gartengestaltung stellt den Tieren ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. Was liegt da näher, als dem nützlichen Igel mit einem speziellen Igelhaus bleibendes Wohnrecht einzuräumen. Igel brauchen nämlich nicht nur ein Quartier für den Winterschlaf, sondern auch tagsüber ein sicheres Rückzugsplätzchen. Als Miete wird der Igel die Schnecken, Würmer, Käfer, Larven und andere Insekten in Ihrem Garten dezimieren. 

Viel muss man gar nicht tun: Ideal ist ein größerer Haufen aus Reisig, Ästen und trockenem Laub, der in einer Gartenecke aufgetürmt wird. Gern angenommen wird auch ein sogenanntes Igelhaus oder eine Igelkuppel.

Psst, während des Winterschlafs nicht stören! Man sollte keinesfalls nachschauen, ob und wie der Igel schläft oder gar den Platz des Igelhauses wechseln. Erst wenn die Tiere im Frühjahr ausgeschlafen haben, wird der Unterschlupf gesäubert.

Igel im Garten

Wussten Sie schon? Wenn Ihr erwachsener Igel rechtzeitig vor Wintereinbruch ein Gewicht von ca. 1000 g erreicht hat, können Sie das Tier beruhigt auswildern und natürlich überwintern lassen.

Wie sieht eine Überwinterung Zuhause aus?


Ungefähr im November, spätestens bei Wintereinbruch fallen die Igel in ihren natürlichen Winterschlaf. Wenn Ihr Igel erst kurz vorher das notwendige Gewicht (Idealgewicht: junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) dafür erreicht hat, sollten Sie ihn bei sich überwintern lassen.

  • Bringen Sie den Igel in einen kühlen Raum, zum Beispiel in die Garage oder den Keller.
  • Bauen Sie dort seine Behausung auf.
  • Versorgen Sie den Igel weiter wie bisher, bis er von alleine in seinen Winterschlaf fällt.
  • Wenn er im Frühjahr (ca. April) aufwacht, füttern Sie bis das Normalgewicht (junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) erreicht ist.
  • Bringen Sie den Igel möglichst an den ursprünglichen Fundort zurück.

    Den Garten igelfreundlich gestalten

    Den Garten igelfreundlich gestalten
    Jedermann kann die nützlichen Gartenbewohner unterstützen, denn Igeln gefällt es in einem naturnahen Garten ohnehin am besten.

    • Als Rückzugsort oder Winterquartier dienen Laub- oder Reisighaufen, dichtes Gebüsch und Hecken, Komposthaufen oder Holzstapel.
    • Heimische statt exotische Gehölze und auf englischen Rasen verzichten.
    • Hindernisse wie Zäune und Mauern vermeiden oder kleine Öffnungen im unteren Bereich schaffen.
    • Keine chemischen Dünger, Schneckenkorn und Rattengift verwenden.
    • Tierfallen wie Kellerschächte und Gruben abdecken.
    • Wassertränke für frisches, sauberes Trinkwasser bereitstellen und regelmäßig Wasser erneuern.
    • Bei einem Gartenteich auf ein flaches Ufer achten.

    Wussten Sie schon? Zum Verhängnis für Igel können verschiedene Gartengeräte wie beispielsweise Laubsauger, Rasenmäher oder Mähroboter werden. Lassen Sie Letztere nie über Nacht fahren, wenn die kleinen Igel aktiv sind. Vorsicht ist auch bei Aufräumungsarbeiten geboten, schauen Sie deshalb vorher genau hin, ob sich nicht irgendwo ein Igelnest versteckt. 
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