Trockenmauern - neue Akzente im Garten

Eine Trockenmauer ist ein eindrucksvolles Schmuckstück für den eigenen Garten und noch dazu von hohem ökologischen Wert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Steine richtig aufschichten und aus Ihrem Bauwerk ein kleines Paradies für viele Pflanzen und Tiere zaubern.

Vielseitiges Gestaltungselement für den Garten

Vielseitiges Gestaltungselement für den Garten
Der Begriff "Trockenmauer" sagt es schon: Man schichtet Natursteine passgenau aufeinander. Nicht Mörtel oder Beton, allein das Gewicht der Steine hält das Bauwerk stabil und standfest. Mit einer Trockenmauer kann man einen Hang abstützen, terrassieren, Grenzen um Garten und Terrasse ziehen sowie ein lang gestrecktes Grundstück unterteilen. Eine kleine Stützmauer dient auch prima als Sitzgelegenheit zum Entspannen. Genießen Sie den Duft der in den Mauerfugen wurzelnden Kräutern und Blumen. Auch zahlreiche Tiere richten sich in den Hohlräumen der Mauer gemütliche Plätzchen ein.

Naturstein ist das Material 

Welchen Stein man wählt, bleibt dem eigenen Geschmack und der individuellen Gartengestaltung überlassen. Egal ob das Material naturbelassen, geschnitten oder gebrochen ist, am schönsten wirkt eine Trockenmauer durch ihr natürliches Erscheinungsbild. Besonders gut fügen sich Steine aus der Region in den Garten ein, ihre Farbe harmoniert mit dem Boden und dem Flair der umgebenden Landschaft. Am stabilsten und dauerhaftesten ist Granit, der klassischerweise an seinen schwarzweißen Sprenkeln zu erkennen ist. Durch seine Sandfarbe wirkt Jurakalkstein schön mediterran. Muschelkalkstein verfügt über eine ganze Palette aus Sand-, Ocker- und Orangetönen. Auch Sandstein gibt es in vielen warmen Rosa- und Rottönen.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

Trockenmauern richtig anlegen

  • Für eine stabile Gestaltung ist ein Fundament ein Muss. Dieses gibt Halt und lässt Wasser rasch versickern. Dazu empfiehlt sich ein gut 30 cm tiefer Graben, der mit Schotter gefüllt und gut verdichtet ist.
  • Lehnt sich eine Stützmauer an einen Hang, muss sie um etwa 10 % Richtung Hang geneigt sein. Der Raum zwischen Mauer und Hang wird mit Schotter oder Kies befüllt.
  • Damit eine freistehende Mauer gut bepflanzt und individuell gestaltet werden kann, wird diese aus zwei Mauern, die parallel und mit leichter Neigung zueinander verlaufen, errichtet. Zudem wird deren Mitte mit Erde befüllt.
  • Suchen Sie für Ihre Trockenmauer Steine, die von der Form her zusammenpassen.
  • Verbauen Sie die Steine passend auf- und nebeneinander, und zwar so versetzt, dass kreuzförmige Fugen entstehen.
  • Die waagrechten Fugen sollen immer auf einer Linie verlaufen. Im unteren Bereich verwenden Sie die größeren Steine, mit jeder Schicht werden sie nach oben hin kleiner.
  • Für eine bessere Verzahnung wird in jeder Reihe alle Meter ein längerer Stein quer zur Mauerrichtung gesetzt.

Lebensraum Trockenmauer - welche Pflanze kommt in Frage?

Für die Bepflanzung einer Natursteinmauer kommen nur Pflanzen in Frage, die trockenheitsverträglich, winterhart und extrem robust sind. Da sich Trockenmauern nicht nur in der Sonne erwärmen, sondern auch Schnee, Regen und Co. ausgesetzt sind, müssen die grünen Bewohner mit starken Temperaturschwankungen leben können. Setzen Sie Ihre Pflanzen bereits beim Aufschichten der Steine in passende Zwischenräume und schmieren Sie um den Wurzelballen ein Sand-Lehm-Gemisch. Für ein optimales Wachstum der Pflanzen empfiehlt es sich, die Mauer in den ersten beiden Jahren schonend mit einer Gießkanne zu bewässern.

Mediterrane Stauden

Salbei, Thymian oder Rosmarin lieben die Plätze zwischen den Steinen oder auf der Mauerkrone.

Dickblatt­gewächse

Blaukissen und Hauswurz wappnen sich mit sehr kleinen oder verdickten Blättern gegen die Hitze.

Nelken­gewächse

Grasnelken oder Schleierkraut erobern kleinste Fugen und entzücken mit ihren Mini-Blüten.

Farne

An einem schattigen Garteneck siedeln sich kleine Farne an.

Tierisch viel los

Tierisch viel los
  • Mauereidechsen brauchen freie Plätze auf der Mauerkrone, um sich in der Sonne zu rekeln und die Umgebung zu überblicken. Mit Sand gefüllte Hohlräume dienen hervorragend für die Eiablage.
  • Auch Kröten oder Molche verstecken sich gerne in der Mauer, besonders dann, wenn diese in der Nähe eines Teiches angelegt ist. Sie schätzen schattige, kühle Höhlen am Fuß des Bauwerks und machen sich durch ihre nächtlichen Streifzüge nach Schnecken im Garten nützlich.
  • In bodennahe Schlupfwinkel verlegt der Zaunkönig sein Nest. Andere Vögel schätzen höher gelegene Nischen oder einen dichten Kräuterstock zum Brüten.
  • Auch Wildbienen fliegen sprichwörtlich auf die steinernen Bauten. Vor allem Mauerbienen zwängen sich in enge Spalten, um ihre Eier abzulegen.

Im Trend: Mit Stein befüllte Gabionen

Ob Grundstücksgrenze, Sichtschutz oder Mülltonnenversteck – mit Gabionen können Sie schnell steinige Wände ziehen. Man füllt dabei in ein Korbsystem aus verzinktem Stahldraht alle möglichen Natursteine. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, ob man diese mit System schichtet oder locker hineinrutschen lässt. Auch diese Art Mauer steht am besten auf einem Fundament.
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